So lebe ich und wie lebst du?

"So lebe ich ... und wie lebst Du?"


Heutzutage leben immer mehr Kinder in Patchworkfamilien. Gleichzeitig wächst auch die Zahl sog.
Regenbogenfamilien. Dies sind Lebensgemeinschaften homosexueller Eltern mit Adoptivkindern, Eltern mit Kindern aus einer früheren heterosexuellen Beziehung und neuem gleichgeschlechtlichen Partner oder homosexuelle Paare, die sich ihren Kinderwunsch erfüllt haben. Die wachsende Be-
deutung dieser Lebensform spiegelt das 2001 verabschiedete Lebenspartnerschaftsgesetz wieder,
in dem u.a. das Adoptivrecht homosexueller Paare und das Unterhaltsrecht geregelt wurden.

 

Aus wissenschaftlichen Studien und Fallbeobachtungen ist bekannt, dass Kinder mit schwulen oder
lesbischen Eltern mit ihrer Lebenssituation sehr gut umgehen können und sich in ihrer Entwicklung nicht von Kindern herkömmlicher Familien unterscheiden. Ängste entstehen jedoch teilweise durch
das Gefühl, Außenseiter zu sein, weil meist im Umkreis keine weiteren Regenbogenfamilien leben und dadurch ein stärkendes „Wir-Gefühl“ fehlt. Zudem entsteht häufig die Notwendigkeit, diese
Lebensform anderen bekannt zu machen und erklären zu müssen. Dies ist oft mit Ängsten vor
Ablehnung und sozialer Isolation verbunden. Wichtige Voraussetzung für die Entwicklung der
Kinder ist, dass ihnen ihre Familien Offenheit, Stolz und Selbstverständlichkeit für diese
Familienform vorleben. Dies gibt ihnen Sicherheit und hilft, Stärke und Aufrichtigkeit auch
bei ihnen auszubilden.

 

Kinder aus heterosexuellen Familien bekommen auf dem Büchermarkt unendlich viel Orientierungshilfe für jegliche Situation des Heranwachsens. Das Bücherangebot speziell für Kinder aus

Regenbogenfamilien ist im deutschen Sprachraum äußerst gering. Das bedeutet gleichzeitig auch, daß Kinder verschiedengeschlechtlicher Eltern kaum Gelegenheit haben, die Lebenssituation von Kindern aus Regenbogenfamilien, die ihre Freunde im Kindergarten oder in der Schule sein können, durch Bücher kennenzulernen.